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Blutvergiftung (Sepsis) – ein verkannter Notfall

15.06.2018 um 10:00

Allein in Deutschland gab es 2015 wohl mehr als 320.000 Fälle, schätzungsweise 75.000 Menschen starben daran.

Was ist eine Blutvergiftung?
Eine Blutvergiftung entsteht nicht nur durch Bakterien, Viren oder Pilze, die durch eine Wunde in den Blutkreislauf gelangen, sondern auch durch Infektionsherde im Körper, etwa eine Lungenentzündung.
Normalerweise gelingt es dem Körper ganz gut, eine solche Infektion in Schach zu halten. Das körpereigene Abwehrsystem bekämpft die Krankheitserreger – meistens Bakterien – und die Krankheit heilt aus.
Zur Blutvergiftung kommt es, wenn eine Infektion im Körper außer Kontrolle gerät. Krankheitserreger und ihre Giftstoffe breiten sich über die Blutgefäße aus und überschwemmen den Körper. Das allein macht jedoch noch keine Blutvergiftung. Sie entsteht, weil das körpereigene Abwehrsystem darauf besonders heftig reagiert. So kommt eine gefährliche Kettenreaktion in Gang, die den Körper massiv schädigt.
Die Infektion und die übersteigerten Reaktionen des Organismus auf die Infektion – das sind die beiden Komponenten, die eine Blutvergiftung ausmachen.

Als Reaktion auf die Sepsis fällt der Blutdruck ab, der Blutkreislauf bricht zusammen. Der Körper bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. Organe wie Herz oder Lunge nehmen Schaden. Der Tod kann dann sehr schnell eintreten.



Blutvergiftung wird oft unterschätzt
Die Sepsis wird in ihrer Gefährlichkeit von vielen Menschen unterschätzt. Die wenigsten wissen, dass sich die Blutvergiftung immerhin auf Platz drei der häufigsten Todesursachen in Deutschland findet – nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Allein in Deutschland gab es 2015 wohl mehr als 320.000 Fälle, schätzungsweise 75.000 Menschen starben daran.



Rasche Diagnose ist entscheidend
Die Diagnose ist zu Beginn des Krankheitsgeschehens nicht leicht zu stellen. Was die Krankheit so gefährlich macht sind die zu Beginn nicht eindeutigen Symptome: Beschwerden wie Fieber, Unwohlsein und schnelle Atmung lassen eher an einen grippalen Infekt denken als an eine ernste Krankheit.


Trotzdem ist es sehr wichtig, die Blutvergiftung frühzeitig zu erkennen. Denn die Krankheit kann sich innerhalb weniger Stunden dramatisch verschlimmern. Wird der Patient schnell und richtig behandelt, lässt sich das Schlimmste verhindern.
Die körperliche Untersuchung des Patienten und Blutuntersuchungen liefern den Ärzten Hinweise. Manchmal kommen zusätzlich bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder die Computertomografie zum Einsatz.



Wie sieht die Therapie aus?
In den meisten Fällen muss eine Blutvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Ärzte versuchen dann unter anderem, den Kreislauf zu stabilisieren und die Funktionen der Organe zu erhalten. Eine möglichst rasche Therapie mit Antibiotika und eventuell auch chirurgische Maßnahmen helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen.
Auch unter bestmöglicher Therapie ist es bei einer schweren Sepsis oder einem septischen Schock nicht immer möglich, das Leben des Patienten zu retten.



Vorbeugend hilft auch hierbei eine Impfung
Wer vorbeugend etwas gegen eine Blutvergiftung tun will, sollte sich unbedingt impfen lassen. Neben einer Tetanus-Impfung sind auch Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und Meningitis sinnvoll. Das gilt vor allem für alle über 60-Jährigen.

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