Gesundheits News

Schadstoffe - Gift im Schulranzen

28.08.2008 um 12:13

Ob Radiergummi, Buntstift oder Malkasten: Jedes zehnte Produkt, das Schüler verwenden, ist stark mit Schadstoffen belastet und hätte nicht verkauft werden dürfen.

Experten von Stiftung Warentest haben 105 Produkte für Schulbedarf aller Preislagen auf die Schadstoffbelastung getestet. Dabei fanden sie in Faserstiften, Radiergummis und in einem biegsamen Lineal gesundheitsgefährdende Weichmacher wie DEHP, DBP oder BBP. Erschreckend war das Ergebnis bei den Malstiften: Fast jeder zweite Buntstift enthielt in der Lackschicht Weichmacher, die in der EU für Spielzeug generell verboten sind. Buntstifte, Faser-, Gel-, und Wachsmalstifte sowie Deckfarbkästen gelten als Spielzeug, weil sie von Kindern bis 14 Jahren auch außerhalb der Schule genutzt werden.

Vor allem Produkte von Billiganbietern erfüllten nicht die in der EU geltenden Spielzeugnormen. In der Mine des Faserstifts Smily von Woolworth fanden die Tester das krebserregende Lösungsmittel Benzol. Der Radierer Peliklid von Hertie bestand zu 23 Prozent aus dem Weichmacher DEHP. Damit war der Grenzwert um mehr als das 200-Fache überschritten. Dass ein hoher Preis nicht immer Qualität garantiert, beweist das Markenprodukt Stabilo, in dessen Trio dicke Farbstifte ebenfalls lösliches Barium gefunden wurde. Blei- und chromhaltige Farbe wiesen die Forscher auch im Deckfarbkasten von pbs factory nach. Immerhin haben Stiftung Warentest zufolge sechs der Anbieter ihre belasteten Produkte bereits aus dem Handel genommen.

Prüfzeichen nicht blind vertrauen

Die Experten raten Eltern, nach umweltfreundlichen und schadstoffgeprüften Produkten zu suchen und beim Kauf kritisch zu sein. Sicherer sei es, Buntstifte und Lineale aus naturbelassenem Holz ohne eine farbige Lackschicht zu kaufen. Auch von Prüfzeichen sollten sich Eltern nicht blenden lassen. Das CE-Zeichen zum Beispiel wird von Verbrauchern oft als Prüfzeichen fehlinterpretiert, es ist aber eigentlich für die Überwachungsbehörden gedacht, erklärt Christian Gicklhorn des Prüfinstituts LGA.

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