Gesundheits News

Impfschutz hält bei Erwachsenen nicht ewig

07.09.2007 um 15:19

Erwachsene lassen sich zu selten impfen. Dabei sollten die Impfungen gegen Diphterie und Tetanus alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Älteren Menschen werden weitere Impfungen empfohlen. Wer verreist, sollte sich rechtzeitig über zusätzlichen Impfschutz informieren.

Für Säuglinge und Kinder sind Impfungen selbstverständlich. Doch viele Erwachsene vernachlässigen ihren Impfschutz. Darauf weisen Ärzte und Krankenkassen hin. Dabei wird das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer und die körperliche Leistugsfähigkeit nimmt ab.

Für Erwachsene gilt: Die Standardimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus sollten alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Im Alter kommen zwei neue Standardimpfungen hinzu: Gesunde über 60-Jährige sollten sich einmalig gegen Pneumokokken impfen lassen", sagt Annette Nahnhauer, Spezialistin für Impffragen im BKK-Bundesverband in Essen. "Nur, wenn besondere Indikationen wie ein chronisches Asthma oder Diabetes vorliegen, ist eine Auffrischung nach sechs Jahren notwendig, sagt BKK-Spezialistin Nahnhauer.

Vorsorge gegen Grippe und Pneumokokken

Außerdem sollten sich über 60-Jährige gegen Grippe (Influenza) impfen lassen. Diese Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, weil die Art des Erregers und damit der Impfstoff jedes Jahr wechseln. Sowohl Pneumokokken als auch Grippeviren können im Alter schwere Atemwegserkrankungen, zum Beispiel Lungenentzündung, hervorrufen.
Unter bestimmten Voraussetzungen raten Gesundheits-Experten zu weiteren Impfungen: Wer an einem Nierenleiden erkrankt ist, sollte gegen Hepatitis geschützt sein. Frauen mit Kinderwunsch brauchen Schutz vor Röteln und Windpocken. Herz-Kreislauf-Kranke sollten schon vor dem 60. Lebensjahr gegen Pneumokokken und Influenza geimpft sein.

Die Ständige Impfkommision (STIKO) des Robert Koch Instituts in Berlin informiert regelmäßig über neue Impfungen und spricht Empfehlungen aus. Auf Basis dieser Empfehlungen entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss auch, auf welche Impfungen gesetzlich Versicherte Anspruch haben.
Bei ausreichender Grundimmunisierung müssen Kinder-Impfungen im Erwachsenenalter nicht mehr aufgefrischt werden. Einen Sonderfall stellt Keuchhusten dar. Obwohl er für Erwachsene nicht lebensbedrohlich ist, sollten sie sich impfen lassen. Denn Keuchhusten ist extrem gefährlich für Säuglinge, warnt Leidel. Deshalb sollten deren wichtigste Ansteckungsquellen geimpft sein.


Zusätzlicher Impfschutz bei Auslandsreisen

Wer ins Ausland reisen will, sollte sich rechtzeitig über spezielle Impfungen informieren. Denn für viele Auslandsreisen empfehlen Mediziner Impfungen wie zum Beispiel gegen Typhus oder Malaria. Solche Impfungen sollten etwa drei Monate vor Reiseantritt in Angriff genommen werden, rät Diethard Sturm, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes in Köln.
Das gilt auch für Krankheiten, die in Deutschland bereits als ausgemerzt gelten wie Kinderlähmung (Polio). Die Weltgesundheitsorganisation hat Europa, Australien und Gesamtamerika kinderlähmungsfrei erklärt, so dass hier keine Ansteckungsgefahr besteht, erläutert der stellvertretende STIKO-Vorsitzende Jan Leidel. Doch in Afrika und Asien ist Polio noch immer verbreitet. Um zu vermeiden, dass die Krankheit von dort wieder eingeschleppt wird, wird vor Reisen in diese Länder weiterhin gegen Polio geimpft", erklärt Leidel.
Bei privaten Reisen, haben Kassenpatienten keinen Anspruch, dass die Krankenkasse die Kosten für die Impfung übernimmt. Allerdings gewähren immer mehr Kassen Reiseimpfungen als freiwillige Leistungen.

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