Gesundheits News

Zuckerkrankheit - Stammzellen heilen Diabetes

12.04.2007 um 11:59

Eine radikale Kur mit eigenen Stammzellen hat 14 von 15 jungen Patienten mit Diabetes Typ 1 von den täglichen Insulinspritzen befreit möglicherweise sogar für immer.

Diabetes vom Typ 1 war bislang nicht heilbar. Im Verlauf der Erkrankung attackiert das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen des Körpers. In der Folge müssen die Patienten täglich mehrfach Insulin spritzen, um ihren sonst tödlich ansteigenden Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Neustart fürs Immunsystem

Julio Voltarelli von der University of São Paulo hat nun ein radikales Verfahren entwickelt, das die lebensbedrohliche Erkrankung möglicherweise heilen kann. Dazu rekrutierten sie 15 Freiwillige im Alter von 14 bis 31 Jahren, bei denen Ärzte erst kürzlich einen Diabetes Typ 1 festgestellt hatten. Die Autoimmunreaktion hatte im Körper der Patienten bereits 60 bis 80 Prozent aller insulinproduzierenden Pankreaszellen abgetötet. Ziel der Behandlung war es, das fehlgeleitete Immunsystem der Patienten völlig neu aufzubauen, sodass es die körpereigenen Zellen nicht länger zerstört.

Dazu entnahmen die Forscher den Teilnehmern Stammzellen aus dem Knochenmark. Anschließend erhielten die Probanden zunächst Medikamente, die sämtliche Immunzellen abtöteten. Da die Teilnehmer in diesem Stadium Krankheitserregern gegenüber wehrlos waren, mussten sie zwei Wochen auf einer Isolierstation verbringen und Antibiotika schlucken. Nach Ablauf der Zeit bekamen die Probanden ihre eigenen Stammzellen per Infusion verabreicht.

Für immer geheilt?

Das Ergebnis: Bereits wenige Tage nach der Infusion hatten sich die insulinproduzierenden Zellen bei zwölf der 15 Patienten so weit erholt, dass sie keine Injektionen mehr benötigten. Im Schnitt hält dieser Effekt schon 18 Monate an. Einer der Teilnehmer ist sogar seit 35 Monaten unabhängig von Insulinspritzen. Es ist durchaus möglich, dass diese Patienten für immer geheilt sind, erklärt Studienleiter Julio Voltarelli.

Bei zwei der übrigen drei Patienten verzögerte sich die heilsame Wirkung und sie erlitten einen kurzzeitigen Rückfall. Nur einer sprach gar nicht auf die Therapie an. Die Forscher mutmaßen, dass genetische Besonderheiten für die verzögerte oder ausbleibende Heilung verantwortlich sind.

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